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Gott ist nahe allen die ihn anrufen ...
Herr, der du meine bangen Schmerzen stillest,
gib meiner zagen Seele nur Geduld.
Wenn meine Tage du mit Leiden füllest,
so laß mich dennoch schauen deine Huld.
Wenn ich auf hartem Lager mit dir rechte,
füll meine Tränen doch in deinen Krug.
Tilg meinen Hader in dem Gottesknechte,
der meine Schuld und meine Schmerzen trug.
Du wirst zum Segen meine Drangsal wenden
und meinen Kummer scheuchen, meine Pein.
Ich bin geborgen ganz in deinen Händen:
Ich bin der Ton, du sollst der Töpfer sein.
Otto Hänzsch
Erscheinen meines Gottes Wege
mir seltsam, rätselhaft und schwer,
und gehn die Wünsche, die ich hege,
still unter in der Sorge Meer;
will trüb und schwer der Tag verrinnen,
der mir nur Qual und Schmerz gebracht,
dann will ich mich auf eins besinnen,
das Gott nie einen Fehler macht.
Wenn über ungelösten Fragen
mein Herz verzweiflungsvoll erbebt,
an Gottes Liebe will verzagen,
weil sich der Unverstand erhebt,
dann darf ich all mein müdes Sehnen
in Gottes Rechte legen sacht
und alsdann sprechen unter Tränen,
das Gott nie einen Fehler macht.
Drum still, mein Herz, und laß vergehen,
was irdisch und vergänglich heißt!
Im Lichte droben wirst du sehen,
dass gut die Wege, die er weist.
Und müsstest du dein Liebstes missen,
ja ging´s durch kalte, finstre Nacht,
halt fest an diesem starken Wissen,
das Gott nie einen Fehler macht.
Von einem in Stalingrad gefallenen Soldaten
Gott ist erfahrbare Wirklichkeit. Im Gebet dürfen wir jederzeit zu ihm kommen. Wir dürfen ihm all unsere Sorgen und Nöte anvertrauen und erleben, dass er uns hindurchhilft. Gott ist kein Wunschautomat, aber ein wunderbarer Helfer und Retter. Er ist nur ein Gebet von Ihnen entfernt. Vertrauen Sie Ihr Leben ihm an.
O Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig!
Er sprach aber auch zu etlichen, die auf sich selbst vertrauten, daß sie gerecht seien, und die übrigen für nichts achteten, dieses Gleichnis: Zwei Menschen gingen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer und der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: O Gott, ich danke dir, daß ich nicht bin wie die übrigen der Menschen, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, ich verzehnte alles, was ich erwerbe. Und der Zöllner, von ferne stehend, wollte sogar die Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: O Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig! Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus vor jenem; denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; wer aber sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. Aus dem Lukasevangelium Kapitel 18,13